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Diese Erkrankungen sorgen für die meisten Fehltage

Im Schnitt waren unselbstständige Beschäftigte 2012 für 12,8 Tage im Krankenstand. Das ist ein Rückgang gegenüber 2011, wie aus dem aktuellen „Fehlzeitenreport“ hervorgeht. Ursache ist nicht zuletzt die Verschiebung hin zu Erkrankungen mir kurzem Verlauf. Bei psychischen Erkrankungen war die durchschnittliche Dauer pro Krankheitsfall mit 39,1 Tage am längsten.

12,8 Tage waren unselbstständig Beschäftigte 2012 durchschnittlich im Krankenstand. Die Krankenstandsquote lag somit bei 3,5 Prozent der Jahresarbeitstage. Dies geht aus dem aktuellen „Fehlzeitenreport 2013“ hervor. Dieser wurde vom Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) im Auftrag der Allgemeinen Unfallversicherungs-Anstalt, der Bundesarbeitskammer, der Wirtschaftskammer Österreich und des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungs-Träger erstellt.

Gegenüber 2011 ist das ein Rückgang: Damals waren es noch 13,2 Tage gewesen (Krankenstandsquote 2011: 3,6 Prozent). Langfristig gesehen ist das Krankenstandsniveau derzeit vergleichsweise niedrig, hält der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungs-Träger fest. Der Langzeitvergleich zeigt: 1980 zählte man noch 17,4 Krankenstandstage pro Kopf bei einer Krankenstandsquote von 4,8 Prozent. 1990 und 2000 waren die Beschäftigten durchschnittlich 15,2 Tage bzw. 14,4 Tage krankgeschrieben.

Atemwegserkrankungen nehmen zu

Der Rückgang ist laut Hauptverband auch die Folge einer Verschiebung bei den Krankenstandsursachen. Der Anteil der Atemwegserkrankungen, die typischerweise einen kurzen Krankheitsverlauf haben, ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen. 2012 war jeder fünfte Krankenstandstag auf Atemwegserkrankungen zurückzuführen.

Damit belegen Krankheiten des Atmungssystems Platz Zwei auf der Liste der Krankheiten, die die meisten Krankenstandstage verursacht haben. Platz eins belegen mit 22,3 Prozent der Krankenstrandstage die Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes.

Auf Platz drei liegen Verletzungen und Vergiftungen. 17,3 Prozent aller Krankenstandstage wurden dadurch verursacht. Dennoch hat der Anteil der Verletzungen an den Krankenständen deutlich abgenommen: 2012 lag die Unfallquote bei 351 je 10.000 Versicherte. 2011 waren es 365 je 10.000 Versicherte.

Psychische Erkrankungen: im Schnitt 39,1 Krankenstandstage

Platz vier belegen die psychischen Erkrankungen. Sie verursachten 2012 insgesamt 8,6 Prozent aller Krankenstandstage. Zudem tritt bei dieser Erkrankung eine besondere Häufung an Krankenstandstagen auf. Mit 39,1 Tagen pro Krankheitsfall tritt hier die längste durchschnittliche Dauer unter den Krankheitsgruppen auf.

„Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Anteil der Invaliditäts- und Berufsunfähigkeits-Pensionen wegen psychischer Erkrankungen mittlerweile 32 Prozent beträgt – im Jahr 1995 waren es lediglich elf Prozent –, ist dringender Handlungsbedarf gegeben“, betont Alice Kundtner, stellvertretende Direktorin der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien.

„Bei der Invalidisierung der unter 50-Jährigen betrug die Zuerkennungsquote wegen psychischer Erkrankungen im Jahr 2012 sogar 55 Prozent“, so Kundtner weiter. „Daher wird es notwendig sein, rasch zu reagieren und betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention auszubauen. Ebenso unverzichtbar ist die Schaffung alternsgerechter Arbeitsplätze.“

Gut abgesichert im Fall der Fälle

Übrigens: Die gesetzliche Absicherung bei einer eintretenden Berufs- oder Erwerbsminderung ist meist begrenzt. In der Regel kommt es bei einer dauerhaften Erwerbsunfähigkeit zu einer Einkommenslücke im Vergleich zum bisherigen Aktiveinkommen.

Die private Versicherungswirtschaft bietet Lösungen an, um einen fehlenden oder auch unzureichenden gesetzlichen Schutz abzudecken. Eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung zahlt beispielsweise eine vereinbarte Rente, wenn der Versicherte nach einem Unfall oder aufgrund einer Krankheit dauerhaft seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.

Wer sich über die gesetzliche Krankenversicherung hinaus eine freie Arzt- und Spitalwahl oder bei notwendiger stationärer Behandlung die Unterbringung in einem Sonderklassezimmer wünscht, kann eine private Krankenversicherung abschließen. Ob und in welchem Umfang der Einzelne bereits gegen diverse Gefahren gesetzlich geschützt ist und wie sich mögliche Absicherungslücken individuell passend schließen lassen, zeigt ein Beratungsgespräch mit einem Versicherungsfachmann.


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