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Für eine sichere Bergwanderung

(kunid) Herbstzeit ist Wanderzeit – doch wer sich nicht richtig vorbereitet oder zu leichtsinnig eine Bergtour angeht, kann schnell in eine missliche Lage kommen, die ohne fremde Hilfe nicht zu bewältigen ist. Dabei reichen schon einige wenige Verhaltens- und Sicherheitsmaßnahmen, damit aus einem Ausflug in die Berge kein Albtraum wird.

Letztes Jahr hatten die Mitglieder des Österreichischen Bergrettungsdienstes (ÖBRD) über 7.600 Rettungseinsätze zu bewältigen – im Detail unter anderem 3.500 Einsätze auf Skipisten und über 3.400 Einsätze wegen in Not geratener Wanderer. Dabei wurden fast 7.800 Personen geborgen – davon rund 5.800 Verletzte und 184 Tote. Die Mehrheit der Getöteten, nämlich 119 Personen, waren Wanderer. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) geht sogar davon aus, dass sich jedes Jahr rund 8.800 Personen beim Wandern oder Bergsteigen verletzen.

Hauptursachen sind laut KfV Ausrutschen und Stolpern sowie eine geringe körperliche Fitness. Nicht wenige Rettungen sind zudem notwendig, weil sich Wanderer in eine Lage gebracht haben, aus der sie ohne fremde Hilfe nicht mehr herauskommen, zum Beispiel weil sie sich verlaufen haben oder wetterbedingt nicht mehr zurückgehen können. Selbstüberschätzung, mangelnde Kondition, Leichtsinn, unzureichende Planung und eine schlechte Ausstattung sind weitere Auslöser für diverse Notfälle beim Wandern.

Damit die Wandertour zum Wanderer passt

Der KfV rät für eine sichere Bergwanderung zu einer sorgfältigen Planung der Wanderung. Das fängt bei der Wanderroute an. Diese sollte zur körperlichen Verfassung und zum alpinen Können der Wanderer passen. Für Untrainierte, aber auch für Wanderungen mit Kindern, sind insbesondere Wanderrouten mit einem geringen Schwierigkeitsgrad und wenig Zeitaufwand sinnvoll. Denn „Übermüdung, Erschöpfung und Überforderung sind häufige Unfallursachen“, so der KfV

Beispielsweise gibt es nach der international anerkannten Wanderskala des Schweizer Alpen-Clubs sechs Schwierigkeitsgrade (T1 bis T6) bei den Wanderwegen – T1 steht für leichte und T6 für schwere Wanderwege. Häufig werden auch leichte Wanderwege mit Blau oder keiner Farbe, mittelschwere mit Rot und schwere mit Schwarz gekennzeichnet. Grundsätzlich sollte eine geplante Tour unter Berücksichtigung von ausreichenden Ruhe- und Trinkpausen noch vor Einbruch der Dunkelheit bewältigt werden können.

Die Schwierigkeitsgrade der einzelnen Wanderwege sowie Zeitangaben, in welcher Zeit einzelne Streckenabschnitte bewältigt werden können, erfährt man zum Teil bei den regionalen Tourismusverbänden oder -informationsstellen. Hilfen, auch als App, gibt es unter www.alpenvereinaktiv.com, einem gemeinsamen Tourenportal des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV), des Deutschen Alpenvereins (DAV) und des Alpenvereins Südtirol (AVS). Der Verein Naturfreunde Österreich bietet unter www.tourenportal.at eine detaillierte Tourensuche an.

Ungeeignete Schuhe erhöhen das Unfallrisiko

Zwar ist ein Navigationsprogramm für Wanderer auf einem Smartphone oder einem speziellen GPS-Gerät für Wanderer hilfreich, dennoch rät der DAV, grundsätzlich auch eine Wanderkarte mitzuführen, falls die elektronischen Geräte beschädigt werden oder plötzlich nicht mehr funktionieren, zum Beispiel weil der Akku leer ist. Vor Beginn einer Wandertour ist es wichtig, sich darüber zu informieren, ob mit Gewitter, Schnee oder Sturm zu rechnen ist, da eine solche Wetterlage das Unfallrisiko deutlich erhöht.

Man sollte nie von den markierten Wanderwegen abweichen, da vermeintliche Abkürzungen oftmals in unwegsames und unfallreiches Gelände führen können. Zudem besteht die Gefahr, sich zu verlaufen. Sicherer ist es zudem, nicht alleine auf Tour zu gehen, damit notfalls der andere noch Hilfe holen kann, falls man selbst nicht in der Lage dazu ist. Bei der Ausrüstung kommt es vor allem auf die richtigen Schuhe an. Sie sollten bei unterschiedlichsten Untergründen wie Schotterwegen, nassen Wiesen oder morastigen Waldwegen Trittsicherheit bieten und wasserdicht sein.

Empfehlenswert sind spezielle Wanderschuhe mit griffigem Profil und einer wasserabweisenden Oberfläche. Für Bergwanderungen ungeeignet sind Straßenschuhe oder Turnschuhe. Prinzipiell sollte man ein Erste-Hilfe-Set, eine Rettungsdecke, Blasenpflaster sowie Kälte-, Sonnen- und Regenschutz dabeihaben. Wanderstöcke helfen nicht nur das Gleichgewicht zu halten, sondern entlasten auch die Gelenke. Bei der Kleidungswahl raten Experten zum sogenannten Zwiebellook. Hat der Wanderer über einem leichten, luftigen Outfit noch eine wärmende Kleidung an, kann er je nach Bedarf variieren.

Nicht ohne Mobiltelefon

Grundsätzlich raten Experten des ÖBRD zur Mitnahme eines Mobiltelefons, in das die wichtigsten Notrufnummern des Wandergebietes abgespeichert sind. Der nationale (Berg-)Rettungsdienst hat in Österreich die Rufnummer 140, in der Schweiz die 144 oder die 1414, in Italien beziehungsweise in Südtirol die 118 und in Frankreich die 15. Für Deutschland und für diverse andere Länder Europas gilt auch für die Bergrettung die allgemeine EU-weite Notrufnummer 112.

Bei Wandertouren im Ausland ist eine Auslandsreisekranken-Versicherung unverzichtbar, da anderenfalls im Notfall die Kosten für eine Bergrettung und/oder medizinische Versorgung häufig vom Betroffenen selbst bezahlt werden müssen. Wer bei allen Unfällen, auch innerhalb Österreichs, Kostenschutz für den Fall einer notwendigen Bergung, aber auch bei einer unfallbedingten Invalidität haben möchte, kann sich mit einer privaten Unfallversicherung entsprechend absichern.

Weitere detaillierte Tipps und Verhaltensregeln, damit eine Bergwanderung möglichst ohne Risiken bleibt, geben die kostenlos herunterladbaren Ratgeber „Die sieben Sicherheitstipps der Bergrettung“ vom ÖBRD und „Sicher Bergwandern“ vom ÖAV sowie die Webportale der Alpinvereine in Österreich.


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