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Grobe Fahrlässigkeit käuflich?

25. Februar 2013 - 0:00 -- Thomas Mitzka
Grobe Fahrlässigkeit käuflich

Kleine Unachtsamkeiten können sehr teuer werden. Schäden im Haushalt oder am Auto übernimmt normalerweise die Versicherung. Doch bei grob fahrlässigem Verhalten kann sie ihre Leistung kürzen oder komplett streichen. Ein Vergleich auf Versichern24 zeigt, was es kostet, grobe Fahrlässigkeit in die Haushaltsversicherung aufzunehmen.

Herr P. steht gerade in der Küche, als es an der Türe klopft. Die Nachbarin hat einen Notfall und er läuft rasch hinüber, um ihren tropfenden Wasserhahn zu reparieren. Dafür bedankt sich die Nachbarin mit einer Einladung zum Kaffee. Inzwischen hat Herr P. schon vergessen, dass die Pfanne mit heißem Öl noch auf dem eingeschalteten Herd steht. Nach zwei Stunden kommt er zurück – seine Wohnung steht bereits in Flammen. Verletzt wurde niemand, doch die Haushaltsversicherung will den Schaden nicht übernehmen. Später urteilt der Oberste Gerichtshof: Das Verhalten von Herrn P. war grob fahrlässig, die Versicherung muss nicht bezahlen.

Ob eine Handlung grob oder nur leicht fahrlässig ist, entscheidet meist das Gericht. Wenn jemand zum Beispiel die Waschmaschine einschaltet, zwei Stunden Einkaufen geht und daher einen Wasserschaden zu spät bemerkt, ist das laut einem Gerichtsurteil zulässig. Die Haushaltsversicherung musste den Schaden begleichen. Hätte dieselbe Person erst am nächsten Tag nachgeschaut, ob alles in Ordnung ist, wäre der Fall vermutlich anders ausgegangen.

Fahrlässigkeit, Vorsatz und Inkaufnahme

Unterschieden wird zwischen Vorsatz, Inkaufnahme und Fahrlässigkeit. Bei vorsätzlichem Handeln bezahlt die Versicherung grundsätzlich nicht. Das Gleiche gilt, wenn der Versicherungsnehmer das Risiko kennt, den Schaden aber in Kauf nimmt. Bei fahrlässigem Verhalten hängt es von der Schwere ab, ob die Versicherung leistungsfrei bleibt.
Als Faustregel gilt: Fehler, die jedem achtsamen Menschen passieren könnten, sind höchstens leicht fahrlässig. Das Schadensrisiko ist dabei nicht klar abzusehen. Grob fahrlässig sind Fehler, die einem sorgfältigen Menschen in der gleichen Situation keinesfalls passiert wären. Wer also eine grobe Fahrlässigkeit begeht, handelt besonders unvorsichtig und unvernünftig.

Konsequenzen für die Versicherungsleistung

Schäden durch leicht fahrlässiges Verhalten sind in der Regel versichert. Auch bei grober Fahrlässigkeit geht der Versicherungsnehmer nicht automatisch leer aus. Meist wird die Versicherungsleistung anteilsmäßig gekürzt – je nachdem, wie stark das fahrlässige Verhalten mit dem verursachten Schaden zusammenhängt.

Eine Ausnahme ist die Haftpflichtversicherung. Für Schäden an Dritten kommt sie auch bei grober Fahrlässigkeit auf. Fährt der Versicherungsnehmer beispielsweise betrunken Auto und beschädigt dabei fremdes Eigentum, ersetzt die Versicherung den Schaden. Sie kann den Betrag jedoch vom Versicherungsnehmer zurückfordern. Denn Alkohol am Steuer ist nicht nur grob fahrlässig, sondern auch eine Obliegenheitsverletzung, also ein Verstoß gegen die Versicherungsbedingungen.

Anbietervergleich zum Einschluss von grober Fahrlässigkeit

Grobe Fahrlässigkeit ist meistens nicht gedeckt, kann jedoch zusätzlich versichert werden. Das Konsumentenportal Versichern24 hat Prämienunterschiede für den Einschluss in die Haushaltsversicherung verglichen. Gesucht wurde eine Haushaltsversicherung für eine 80 m2 große Wohnung in Wien, mit einem Selbstbehalt von höchstens 200 Euro. Die vier günstigsten Anbieter sind die VAV mit 123,81 Euro Jahresprämie, Wüstenrot mit 125,12 Euro, die Grazer Wechselseitige mit 129,15 Euro und die Donau Versicherung mit einer jährlichen Prämie von 138,15 Euro.

Im Vergleichsrechner auf Versichern24.at können Konsumenten mit einem Klick nach Angeboten suchen, die grobe Fahrlässigkeit abdecken. Für die VAV steigt dadurch die Jahresprämie auf 142,38 Euro, das bedeutet einen Mehrpreis von 18,57 Euro. Die Haushaltsversicherung von Wüstenrot umfasst bereits grobe Fahrlässigkeit, der Preis bleibt somit unverändert. Das Angebot der Grazer Wechselseitigen kommt inklusive grober Fahrlässigkeit auf 157,95 Euro, kostet also um 28,80 Euro mehr. Und die Jahresprämie der Donau Versicherung steigt um 26,60 Euro auf insgesamt 164,75 Euro.

Unterschiedliche Bedingungen je nach Anbieter

Versicherungsnehmer können sich also um nicht einmal 30 Euro im Jahr gegen das Risiko von grober Fahrlässigkeit absichern. Das heißt jedoch nicht, dass im Ernstfall alle Kosten übernommen werden. Schäden durch grobe Fahrlässigkeit werden nur teilweise oder bis zu einer Höchstsumme beglichen. Hier zahlt es sich aus, die Bedingungen der Anbieter genau zu prüfen.
Zum Beispiel deckt die VAV grobe Fahrlässigkeit bis zu einem Schaden von 7.500 Euro ohne Selbstbehalt. Bis 15.000 Euro wird ein Selbstbehalt fällig. Liegt der Schaden über 15.000 Euro, muss der Versicherungsnehmer 50 % davon selbst bezahlen. Die Grawe dagegen leistet bei grober Fahrlässigkeit bis zu einer Höhe von 10.000 Euro.

Damit eine Versicherung den eigenen Bedürfnissen entspricht, ist es wichtig, verschiedene Anbieter zu vergleichen. Ein kostenloser, unabhängiger Vergleich ist auf der Online-Plattform www.versichern24.at möglich. Sie bietet Vergleichsrechner für alle Lebensbereiche, etwa für die Kfz- oder Unfallversicherung.


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