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Keine Gleichberechtigung beim Einkommen

(kunid) Wie die Statistik Austria vor Kurzem veröffentlichte, lag 2014 der durchschnittliche Brutto-Stundenverdienst in der Privatwirtschaft von Frauen um 22,9 Prozent unter dem der Männer. Damit ist der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen in Österreich europaweit gesehen mit am höchsten. Nur in Estland ist dieser mit 28,3 Prozent noch höher.

Jedes Jahr gibt die Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union, den prozentualen Unterschied des durchschnittlichen Brutto-Stundenverdienstes in der Privatwirtschaft zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern heraus. Es handelt sich hier um den sogenannten Gender Pay Gap (GAP). Der GAP lag 2014 nach Angaben der Statistik Austria bei 22,9 Prozent.

Das heißt, Frauen haben im Vergleich zu Männern bei standardisierten Löhnen und Gehältern in der Privatwirtschaft einen Bruttostundenverdienst, der um mehr als ein Fünftel unter dem der Männer liegt. EU-weit lag der Lohnunterschied bei 16,1 Prozent. Österreich nahm mit Estland, das eine geschlechterspezifische Einkommensdifferenz von 28,3 Prozent hatte, die beiden letzten Plätze aller EU-Länder bei der GAP-Statistik ein. Die drei besten Plätze belegten Slowenien mit 2,9 Prozent, Malta mit 4,5 Prozent und Italien mit 6,5 Prozent Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen.

Was zu den Verdienstunterschieden führt

Mit ein Grund für den Geschlechter-spezifischen Lohnunterschied ist nach Angaben der Analysten unter anderem, dass Frauen hierzulande häufiger auf Teilzeitbasis arbeiten als Männer. 2014 arbeiteten laut Statistik Austria 46,9 Prozent der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit. Bei den 25- bis 49-jährigen Frauen mit Kindern unter 15 Jahren waren es sogar 67,3 Prozent. Das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen 2014 aller unselbstständig erwerbstätigen Frauen, also aller voll- und teilzeitbeschäftigten Arbeiter, Angestellte, Beamte und Vertragsbedienstete, betrug 19.894 Euro.

Das Einkommen der Frauen war somit insgesamt um 38,9 Prozent niedriger als das der Männer. Denn das durchschnittliches Bruttojahreseinkommen aller unselbstständig erwerbstätigen Männer belief sich auf 32.564 Euro. Doch selbst bei den Einkommen aller Vollzeitbeschäftigten gibt es einen hohen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Ursachen dafür sind nach Expertenangaben unter anderem die unterschiedlichen Branchen und Berufe, in denen überwiegend Frauen oder überwiegend Männer tätig sind.

So war der Frauenanteil in schlecht bezahlten Berufen wie Reinigungskraft oder Verkäuferin besonders hoch. Zudem gibt es viel weniger Frauen als Männer, die eine leitende Position innehaben. Nach Angaben der Statistik Austria war das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen von ganzjährig vollzeitbeschäftigten Frauen mit 34.092 Euro im Jahr 2014 um 18,0 Prozent niedriger als das der Männer, die ein Durchschnittseinkommen von 41.556 Euro hatten.

Höhere Altersarmutsgefährdung bei Frauen

Ein niedriger Verdienst, aber auch zusätzliche Unterbrechungen der beruflichen Tätigkeit für die Kindererziehungszeit, wie sie häufig bei Frauen vorkommen, führen dazu, dass die gesetzliche Pension der Frauen im Durchschnitt immer noch deutlich niedriger als die der Männer ist. Im Ganzen gesehen „verdienen Frauen nicht nur durch Teilzeit deutlich weniger als Männer, was sich insgesamt in niedrigeren Pensionen und einem höheren Armutsrisiko niederschlägt“, so die Statistik Austria.

Die Bundesanstalt erklärt weiter: „Die Armutsgefährdung ist bei alleinlebenden Pensionistinnen (22 Prozent) deutlich höher als jene alleinlebender Pensionisten (12 Prozent).“ Nach Angaben des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungs-Träger lag die mittlere Höhe (Median) der Alterspensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung der Frauen im Jahr 2014 bei 966 Euro. Dieser Wert war um 38,1 Prozent niedriger als der mittlere Alterspensionsanspruch der Männer. Dieser betrug nämlich 1.561 Euro.

Wie die Zahlen zeigen, ist es insbesondere für Frauen wichtig, frühzeitig eine private Altersvorsorge aufzubauen, um auch im Pensionsalter finanziell abgesichert zu sein. Bei der Berechnung der gesetzlichen Pensionsansprüche und bei Fragen zur richtigen Höhe und der passenden Form einer sinnvollen Altersvorsorge sowie zur optimalen Nutzung von staatlichen Altersvorsorge-Förderungen kann ein Versicherungsfachmann weiterhelfen.


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