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Klare Regeln für die Absicherung der Kinder im Pkw

Kindersitz - Kfz Haftpflicht

Jedes Jahr werden rund 1.500 Kinder unter vierzehn Jahren als Autoinsassen bei Verkehrsunfällen verletzt. 2011 kamen sieben Kinder bei derartigen Unfällen ums Leben. Um Unfälle mit schwerwiegenden Folgen zu vermeiden, ist die Verwendung von Kindersitzen unverzichtbar, egal wie kurz die zu fahrende Strecke ist, wie Verkehrsexperten betonen.

Nach den Bestimmungen des Kraftfahrgesetzes dürfen Kinder unter vierzehn Jahren und kleiner als 1,50 Meter nur mit einem für das Gewicht und die Größe des Kindes geeigneten Rückhaltesystem im Auto mitfahren.

Das gilt auch bei kurzen Strecken, die mit niedriger Geschwindigkeit zurückgelegt werden. Im Einzelnen sind die Bestimmungen in Paragraf 106 Absatz 5 KFG (Kraftfahrgesetz) und Paragraf 26 a Absatz 1g KFG in Verbindung mit der entsprechenden Durchführungsverordnung zu finden.

Das richtige Rückhaltesystem

Als Rückhaltesystem gelten gesetzlich zugelassene Babyschalen, Kindersitze oder Sitzkissen in Verbindung mit einem normalen Sicherheitsgurt sowie genehmigte Kindersicherheitsgurte wie höhenverstellbare Dreipunktgurte für Kinder ab 1,35 Meter Größe.

Für die kleinen Passagiere müssen Kindersitze verwendet werden, die mindestens der Norm ECE 44.03 und 44.04 entsprechen und auf das Gewicht, die Größe und das Alter des Kindes abgestimmt sind. Ältere Sitze mit der Norm ECE 44.01 und 44.02 sind nicht mehr zulässig.

Nach dem Kraftfahrgesetz können Kinder jeden Alters auf dem Beifahrersitz mitgenommen werden, wenn sie entsprechend ihrer Größe, ihrem Alter und Gewicht gesichert sind. Ist der Beifahrersitz mit einem aktiven (funktionsbereiten) Front-Airbag gesichert, ist die Verwendung eines gegen die Fahrtrichtung montierten Kindersitzes verboten.

Teure und gefährliche Verfehlung

Doch auch für Kinder in vorwärts gerichteten Kindersitzen kann der Beifahrerairbag gefährlich werden, daher sollten immer die Empfehlungen der Bedienungsanleitung des verwendeten Kindersitzes und/oder des Fahrzeugs beachtet werden.

Werden die Vorschriften der Sicherung von Kindern im Auto missachtet, kann dies zu einer Vormerkung im Führerschein-Register und – wenn das innerhalb von zwei Jahren dreimal passiert – zum Führerscheinentzug führen.

Zudem riskiert derjenige, der das Kind nicht in normgerechten Kindersitzen mitführt, eine Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro. Und das aus gutem Grund, denn nach Angaben von Verkehrsexperten haben ungesicherte Kinder im Auto ein siebenmal höheres Risiko, schwer verletzt oder getötet zu werden als gesicherte.

Besonderheiten bei der Mitnahme von Kindern

Kinder, die noch keine 14 Jahre alt, aber bereits größer als 1,50 Meter sind, können ohne zusätzliche Rückhaltesysteme mit dem Sicherheitsgurt eines Erwachsenen gesichert werden, wenn der Sicherheitsgurt bestimmungsgemäß – also ohne Verletzungsgefahr – angebracht werden kann.

Auch ein Kind, das zwar über vierzehn Jahre alt, aber kleiner als 1,50 Meter ist, kann rein rechtlich gesehen ohne zusätzliche Rückhaltesysteme mit dem für Erwachsene vorgeschriebenen Sicherheitsgurt gesichert im Auto mitfahren.

Allerdings raten Verkehrsexperten in diesem Fall dazu, trotzdem spezielle, zum Beispiel höhenverstellbare Kindersicherheitsgurte oder eine Sitzerhöhung zu verwenden. Denn nur so ist gewährleistet, dass der Sicherheitsgurt eines Pkws richtig sitzt und im Ernstfall sinnvoll sichert.

Vorsicht beim Sicherheitsgurt

Selbst wenn alle Vorschriften eingehalten werden, ist die optimale Sicherheit noch nicht garantiert. Wesentlich ist nicht nur, dass die Kindersitze richtig eingebaut sind, sondern auch, dass die Sicherheitsgurte richtig angelegt werden.

Die Fahrzeuggurte dürfen nicht gestrafft, auf falsche Schulterhöhe, beispielsweise zu nahe am Hals oder unter den Armen, eingestellt oder im Sitz verdreht werden. Der Beckengurt sollte auf Beckenhöhe sein und nicht bis zum Bauch reichen. Wer seinem Kind die Sicherheitsgurte falsch anlegt, riskiert schwere Verletzungen im Bauch- und Halsbereich.

Experten raten außerdem, sich beim Kauf eines Kindersitzes zeigen zu lassen, wie dieser richtig in das jeweilige Auto eingebaut und das Kind darin gesichert wird. Denn der schönste Sitz bringt nichts, wenn er falsch installiert wird. Insbesondere mangelnde Sorgfalt kann zu Fehlern führen und damit den Schutz für die kleinen Passagiere verringern.


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