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So werden Grillunfälle vermieden

Während der Grillsaison von April bis September werden statistisch gesehen täglich fünf Personen beim Grillen verletzt. Leichtsinn und Unwissenheit, aber auch die falsche Ausrüstung sind die häufigsten Ursachen für derartige Unfälle.

Mehr als die Hälfte der Grillunfälle mit Verletzten ist auf das fehlerhafte Anzünden der Grillkohle zurückzuführen. Ungeeignete Anzündhilfen wie Alkohol, Spiritus oder Benzin können sich schlagartig entzünden und zu einer unkontrollierbaren zum Teil mehrere Meter hohen Stichflamme führen.

Auch eine Rückzündung des Flüssigkeitsstrahls oder des verdunsteten Brennstoffs in den Brennstoffbehälter beim Aufgießen auf den Grill und eine dadurch verursachte Explosion sind möglich. Vor allem am Grill stehende Personen sind dadurch einer hohen Brandverletzungsgefahr ausgesetzt.

Sicherheitstipps für den Holzkohlegrill

Brandschutzexperten raten, um solche Unfälle zu vermeiden, beim Grillen spezielle Grillanzünder, die mit dem Prüfzeichen ÖNORM EN 1860-3 oder DIN 66358 versehen sind, zu verwenden. Doch auch der Grill selbst sollte nach ÖNORM EN 1860-1 geprüft sein. Selbst den Brennstoff, wie die Grillkohle, gibt es mittlerweile als ÖNORM EN 1860-2-geprüfte Ware.

Die Holzkohle hat die richtige Temperatur für das gleichmäßige Grillen, wenn sie mit einer weißen Ascheschicht überzogen ist. Beim Anbrennen der Grillkohle werden nämlich zuerst schädliche Gase frei, die nicht an das Fleisch und das Gemüse auf dem Rost gelangen sollten. Daher sollte man auf das Nachlegen von Grillkohle, während das Grillgut noch auf dem Grill liegt, verzichten.

Empfehlenswert sind Grillschalen, die abtropfendes Fett auffangen. Denn tropfendes Fett kann spritzen und schmerzhafte Verbrennungen verursachen oder auch einen Brand auslösen. Zudem ist der durch brennendes Fett entstehende Qualm krebserregend.

Sicheres Grillen mit Gas oder Strom

Vor der Verwendung eines Gasgrills sollte man zuerst den Gasschlauch sowie die Dichtungen und Anschlüsse auf Risse und Sprödigkeit kontrollieren. Zudem ist es wichtig, die Gasflasche niemals liegend zu verwenden. Prinzipiell sollte man einen Gasgrill nie von oben unter Zuhilfenahme eines Feuerzeugs anzuzünden, da es dabei zu Stichflammen kommen kann.

Wer Gasgeruch bemerkt, sollte den Grill sofort abstellen. Für die Fehlersuche ist ein Fachmann hinzuzuziehen. Nach dem Grillen gilt es immer zuerst die Gasventile und dann das Flaschenventil abzudrehen. Wird ein Elektrogrill verwendet, ist darauf zu achten, dass das Stromkabel stolperfrei verlegt ist.

Egal welcher Grill verwendet wird: Ein langes Grillbesteck und Grillhandschuhe ohne Kunstfasern minimieren die Verbrennungsgefahr.

Der passende Standort zum Grillen

Prinzipiell darf nur unter freiem Himmel und nie in geschlossenen Räumen oder unter einem Sonnenschirm gegrillt werden. Zudem sollte ein Mindestabstand zu brennbaren Gegenständen wie Büschen, Bäumen oder Gartenmöbeln von mindestens fünf Metern eingehalten werden. Auch ist es wichtig, dass der Grill kippsicher steht und während des Grillens nicht verschoben wird.

Wegen des möglichen Funkenflugs gilt es beim Grillen auch die Windrichtung und Windstärke zu beachten. Bei einem plötzlich auftretenden starken Wind sollte die Glut abgelöscht werden.

Wurde der Grill auf dem Balkon oder der Terrasse aufgestellt, muss er auch noch im Freien stehen bleiben, wenn die Grillkohle scheinbar verglüht ist. Der Grund: Es ist nicht auszuschließen, dass sich Kohlenmonoxidgase bilden, die zwar im Freien ungefährlich sind, in geschlossenen Räumen aber zum Erstickungstod führen können.

Während und nach dem Grillen

Während des Grillens sorgen bereitstehende Löschhilfen wie ein Kübel Wasser, Sand, eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher für mehr Sicherheit. Gerät Fett in Brand, darf allerdings auf keinen Fall mit Wasser gelöscht werden, da dies zu Stichflammen oder sogenannten Fettexplosionen führen kann. Sinnvoller ist es, beispielsweise bei einem Kugelgrill, den Deckel zu schließen und so dem Feuer den Sauerstoff zu entziehen.

Grundsätzlich sollten Kinder nie unbeaufsichtigt oder auch nur zu nahe am Grill stehen. Ein Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern zum Grill ist sinnvoll. Zudem sollte ein heißer Grill zu keiner Zeit sich selbst überlassen sein, denn ein kleiner Windstoß oder ein Funkenflug könnte anderenfalls unbemerkt einen Brand auslösen.

Nach dem Grillen muss die Grillkohle unbedingt vollständig erkaltet sein, bevor sie im Restmüll entsorgt werden kann. Mehr Tipps zum sicheren Grillen, aber auch Hinweise, was zu tun ist, wenn sich ein Brandunfall ereignet hat, bietet unter anderem die Broschüre „Verbrennungen: Prävention und Erste Hilfe“, die kostenlos im Webauftritt des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) heruntergeladen werden kann.


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