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Versichern24 im Augustin: Aufgemischt

„Aufgemischt“

Diana Radulovski setzt sich zielstrebig über Konventionen hinweg – und hat damit Erfolg.

 

Nein, sie passt nicht ins Bild: Wer in der Welt der Versicherungen das Sagen hat und über das Geld verfügt, kommt zu den Meetings, in denen es um Millionen geht, nicht mit dem Fahrrad. Schon gar nicht ohne Krawatte. Und ist nie und nimmer eine locker-selbstbewusst auftretende junge Frau.
Diana Radulovski, mit ihren 27 Jahren schon eine Grande Dame in der hiesigen Versicherungswirtschaft, lächelt. Besser gesagt: Sie strahlt, während sie ihr Fahrrad zwischen den dicken Limousinen parkt. Dann versichert sie mit ernstem Lächeln: „Ich liebe es, Konventionen zu brechen.“
Liebe beruht auch auf eigenen Erfahrungen. Radulovskis Erfahrungen wurden in ihrer Kindheit von Armutsphänomenen geprägt. Die Tochter eines Exportmanagers und einer Buchhalterin war fünf, da hat man auch in ihrem Heimatland die greisen Staatskommunisten entmachtet und die ebenso veralteten Staatsbetriebe privatisiert – de facto: für immer zugesperrt.

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“, hat in jenen weltbewegenden Tagen einer der Betreiber des geopolitischen Umbruchs erklärt. Für eine Familie in Levski, einer Kleinstadt im Norden Bulgariens, die von den Staatsbetrieben genährt wurde, stellte sich dieses Zuspätkommen so dar: „Mein Vater, meine Mutter, mein Opa, meine Oma und meine Tante, alle haben sie ihre Arbeit verloren.“ Ihre Familie lebte nun von der Hand in den Mund. „Wir haben in unserem Garten Obst und Gemüse angebaut und die Ernte an unsere Nachbarn verkauft.“

Die Eltern waren daher gar nicht begeistert, als sie in ihrer Tochter früh eine hochbegabte Schülerin sahen. Denn diese Schülerin hatte sich in den Kopf gesetzt, ein teures Elite-Gymnasium zu besuchen. Wer weiß, wo sie heute wäre, wenn sie den Worten ihres Vaters gefolgt wäre: „Diana, du wirst dich auch durchsetzen, wenn du in eine herkömmliche Schule gehst.“ Ist sie aber nicht, weil sie sich – wie gesagt – nicht zum geduldigen Menschen eignet: „Ich bin mit 13 von zu Hause ausgezogen.“

Heute sind Dianas Eltern, die ihre letzten Lew für ihre Schulbildung ausgegeben haben, sehr stolz. Dabei hat es ihnen ihre Diana auch später nicht leichtgemacht.

Exemplarisch ihr Auszug nach Ägypten. Sie erinnert sich: „Bald nach der Matura konnte ich ein Semester mit Stipendium an der Universität in Klagenfurt studieren.“ Doch sie wollte länger als ein Semester lernen, was nicht finanzierbar war: „Ich hatte das Geld für die Studiengebühren nicht, und in Österreich arbeiten durften wir Bulgaren damals auch noch nicht.“ Gegen den Willen ihrer Eltern flog sie daher als Animateurin einer großen Hotelkette ins ägyptische Hurghada. „Für mich war das wie ein Märchen aus tausendundeiner Nacht. Ich war gerade 19, durfte zum ersten Mal fliegen, und dann stand ich vor diesem Ehrfurcht gebietenden Hotelpalast.“

Binnen weniger Wochen lernte sie von ihren italienischen KollegInnen Italienisch. Fast ebenso schnell stieg sie zur angesehenen Hotelmanagerin auf. Wichtiger war ihr jedoch ihre Ausbildung. Daher inskribierte sie an der Wirtschaftsuniversität in Wien. Und musste erneut bei null beginnen: „Ich war in jedem Geschäft in der Mariahilfer Straße und habe gefragt, ob es Arbeit für mich gibt.“ Es gab nicht, und aus heutiger Sicht ist das auch gut so.
Während des Studiums, das sie in Mindestzeit abgeschlossen hat, lernte sie ihren späteren Mann kennen, der damals bulgarischen Landsleuten Versicherungen verkauft hat. Gemeinsam starteten die beiden etwas, das in Österreich einer Majestätsbeleidigung gleichkam. Ihre Idee: „Die unübersichtlichen, teils verwirrenden Angebote der großen und kleinen Versicherungen genau zu vergleichen und unsere Ergebnisse im Internet für alle zugänglich zu machen.“

Mit diesem Konsumenten-Service haben die Radulovskis drei Jahre lang keinen Cent verdient. Es war bitter, nicht jedoch für Lady Diana, die nur Ideen verfolgt, von denen sie überzeugt ist.

Inzwischen ist ihr Online-Portal versichern24.at gut etabliert. „Die Menschen, die bei uns die Angebote bequem vergleichen können, und auch die kleinen Anbieter lieben uns. Nur die Großen sind nicht entspannt, weil sie nicht wollen, dass der Markt transparent wird.“ Womit wir wieder bei ihrem Fahrrad und den dicken Limousinen sind: Die erstaunlich Erfolgreiche, die heute 15 Menschen Arbeit geben kann, unter jenen ihre Mutter, geht auch in die heutige Sitzung auffallend gelassen.

Sie weiß es und auch die Herren mit den Krawatten, von denen sie einer einmal um einen Kaffee schicken wollte, wissen es: „Keiner hat an unsere Idee, über das Internet Versicherungen zu verkaufen, geglaubt. Die Bank wollte uns erst gar keinen Kredit geben. Inzwischen kooperieren die meisten Unternehmen mit uns. Wir haben den Markt aufgemischt.“

Schon hat Diana Radulovski ein zweites Portal eröffnet. Dort vergleichen ihre Leute die Preisunterschiede der Strom- und Gasanbieter. Was sie sonst noch vorhat, will die unkonventionelle Geschäftsfrau noch nicht laut sagen. Wir dürfen gespannt sein, und die bulgarischen Versicherer und Energieanbieter sollten sich schon einmal warm anziehen.

 

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