Die gefährlichsten und nervigsten Verkehrssünden

Wer Fahrspuren blockiert, „schleicht“ oder andere nicht einordnen lässt, hat gute Chancen, Österreichs Autolenker ganz besonders zu ärgern. Das zeigt die vor Kurzem veröffentlichte Autostudie eines Versicherers. Als größte Gefahrenquelle gelten Radfahrer, die sich ihre Verkehrsregeln selbst machen. Auch Selbstkritik wird geübt: 27 Prozent sagen, dass sie hin und wieder zu flott unterwegs sind.

2.003 Österreicher gaben in einer Autostudie eines Versicherers an, welche Verhaltensweisen im Straßenverkehr sie als gefährlich einschätzen, was ihnen so richtig „gegen den Strich geht“ und wo sie sich selbst an der Nase nehmen.

Die häufigsten „Aufreger“ im Straßenverkehr

Am meisten fühlen sich die heimischen Autofahrer von jenen Verkehrssünden genervt, die als weniger gefährlich gelten: 75 Prozent gaben an, dass ihnen der „Kragen platzt“, wenn vor ihnen die linke beziehungsweise mittlere Fahrspur grundlos blockiert wird. Dabei kommt das nur selten vor – zumindest, wenn die Selbsteinschätzung stimmt: Nur fünf Prozent sagen, dass es ihnen selbst hin und wieder passiert, dass sie zu „Blockierern“ werden.

Die Plätze zwei und drei in der Hitparade der nervigsten Verhaltensweisen belegen Autofahrer, die zu langsam fahren (72 Prozent) und die das Reißverschluss-Verfahren missachten (71 Prozent). Besonders oft nerven auch Autofahrer, die sich „über alles aufregen und wild hupen“ (70 Prozent). Elf Prozent räumen ein, dass sie das selbst hin und wieder tun.

Ignorante Radfahrer Gefahrenquelle Nummer eins

Radfahrer, die die Straßenverkehrsordnung lediglich als unverbindlichen Vorschlag des Gesetzgebers interpretieren, sind zwar „nur“ für 48 Prozent der Befragten ein Quell gesteigerten Ärgers. Sie werden aber als umso größere Gefahr eingeschätzt: 84 Prozent stufen radelnde Outlaws als gefährlich ein – der höchste Wert im Ranking.

Als zweitgefährlichste Verkehrssünde gilt die Missachtung des Rechtsvorrangs (78 Prozent). Rang drei im Gefahren-Ranking nimmt das Fahren ohne Licht trotz Dämmerung ein (76 Prozent). Rasen und Drängeln folgen mit 68 beziehungsweise 62 Prozent erst auf den Plätzen sechs und sieben.

Die am häufigste eingestandene eigene Sünde: der Bleifuß

Gleichzeitig ist in puncto „zu schnelles Fahren“ die Selbstkritik am ausgeprägtesten: 27 Prozent geben zu, dass sie ihr Gaspedal hin und wieder zu sehr unter Druck setzen.

24 Prozent (Platz zwei) geben zu, schon einmal in eine Kreuzung einzufahren, auch wenn die Ampel gelb oder rot leuchtet. Ein Fünftel greift gelegentlich während der Fahrt zum Handy. Bei diesen drei verkehrswidrigen Verhaltensweisen ist nicht nur das Schuldbewusstsein am größten, sie werden auch allesamt mit 68 bis 72 Prozent als relativ gefährlich eingestuft.

Jüngere Fahrer tendenziell geduldiger, Männer rasanter unterwegs

Beim Vergleich zwischen Autofahrern unter 25 Jahren einerseits und älteren Lenkern andererseits zeige sich eine „schwächere Gefahreneinschätzung bei den Führerscheinneulingen“, so die Studienherausgeber. Die jüngeren Autolenker tendieren laut Studie dazu, den anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber geduldiger zu sein und sich noch so manchen eigenen Fehler einzugestehen.

Geschlechtsspezifisch betrachtet, lassen sich nur minimale Unterschiede erkennen. Die deutlichste Abweichung zeigte die Befragung beim Thema „zu schnelles Fahren“: Dies schätzen Frauen mit 75 Prozent deutlich gefährlicher ein als Männer mit 61 Prozent. Auch bei der Neigung zu Geschwindigkeits-Übertretungen gibt es Unterschiede. 32 Prozent der Männer geben an, hin und wieder zu schnell zu fahren. Bei den Frauen sind es nur 23 Prozent.