Die teuersten Kältewellen

 

Die höchsten Winterschäden seit 1980 hatte Großbritannien Ende 2010 mit 1,9 Milliarden Euro zu erleiden, immerhin waren davon 1,7 Milliarden versichert. Auch Österreich war wiederholt von den schadenträchtigsten Kältewellen betroffen.

Eine Zeit lang hatte sich der Winter hinsichtlich der Temperatur von seiner freundlichen Seite gezeigt. Doch das sibirische Kälte-Tief „Cooper“ hat das Thermometer im Januar und Februar teils auf unter minus 20 Grad Celsius sinken lassen. Solche Temperaturen kamen auch in der Vergangenheit schon öfter vor.

Ein Rückversicherer hat nun untersucht, welche Winterschäden und Kältewellen in Europa seit 1980 die für die Versicherer schadenträchtigsten waren. Unter den zehn Kälteperioden mit den größten versicherten Schäden findet sich auch Österreich mehrfach.

Winterschäden in Milliardenhöhe

So entstanden um den Jahreswechsel 1996/97 in Mittel- und Osteuropa Gesamtschäden von an die 800 Millionen Euro, wovon etwas mehr als 500 Millionen versicherte Schäden waren.

Im Februar 2006 richtete der Winter in Österreich, Tschechien, Polen und Deutschland mehr als 700 Millionen Euro Gesamtschaden an, davon waren 440 versichert. Unter den schlimmsten Folgen – insgesamt 1,9 Milliarden Euro, davon 1,7 Milliarden versichert – hatte aber im November und Dezember 2010 Großbritannien zu leiden.

 

Die zehn für die Versicherer teuersten Winterschäden und Kältewellen in Europa 1980 bis 2011

Datum

Ereignis

Gebiet

Gesamt-schäden*

Versicherte Schäden*

*Schäden in Millionen Euro (Originalwerte). Quelle: Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft

11–12/2010

Winterschäden

Großbritannien

1.900

1.700

8.–13.1.2010

Winterschäden, Schneesturm

Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Schweiz, Polen, Spanien, Niederlande

1.245

750

19.–23.12.2009

Winterschäden

Frankreich, Deutschland, Großbritannien

1.045

700

12/1981–1/1982

Winterschäden

Großbritannien

575

541

26.12.1996–8.1.1997

Winterschäden, Kältewelle

Mittel- und Osteuropa

795

517

7.–13.2.2006

Winterschäden

Österreich, Tschechien, Deutschland, Polen

713

440

1.–15.1.1987

Winterschäden, Kältewelle

Großbritannien, Frankreich, Italien, Polen, Österreich, Deutschland, Skandinavien, Rumänien

421

370

2/1991

Winterschäden

Großbritannien

389

276

1–2/1985

Winterschäden, Kältewelle

Großbritannien, Spanien, Frankreich, Deutschland

440

252

1/1992

Winterschäden

Frankreich

248

223

Absicherung für den Einzelnen

Wie die Daten zeigen, sind nicht immer alle Schäden tatsächlich auch versichert. Allerdings kann der Konsument zumindest die schlimmsten Schadens- und damit Kostenrisiken aufgrund einer Kältewelle absichern.

So kommt beispielsweise eine Eigenheim- oder Gebäudeversicherung unter anderem für Schäden durch eingefrorene und dadurch geplatzte Wasser führende Leitungen an Gebäudebestandteilen wie Wänden, Decken, Tapeten und Böden auf. Für entsprechende Schäden an Möbeln, Bildern, Teppichen, Elektrogeräten oder Kleidung ist dagegen die Haushaltsversicherung zuständig.