Für ein schönes und sicheres Weihnachts- und Silvesterfest

Jedes Jahr gibt es in Österreich rund 500 Wohnungsbrände alleine rund um die Weihnachtszeit. Schuld daran sind häufig brennende Kerzen an trockenen und dadurch leicht entzündbaren Adventskränzen und Christbäumen sowie in der Nähe von anderen leicht brennbaren Materialien. An Silvester werden zudem zahlreiche Schäden durch eine unsachgemäße Handhabung von Raketen und Böllern verursacht. Das Brand- und Verletzungsrisiko lässt sich jedoch bereits mit einigen wenigen Verhaltensmaßnahmen minimieren.

Rund um Weihnachten werden in den Haushalten die meisten Kerzen aufgestellt und angezündet. Allerdings können ausgetrocknete Tannenzweige, Reisig oder brennbares Dekomaterial durch zu nahe stehende Kerzen schnell Feuer fangen, das sich rasant in der ganzen Wohnung ausbreitet.

Nach Angaben des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) werden jährlich alleine rund 60 Kinder rund um die Weihnachtszeit durch brennende Kerzen verletzt. Sind Kinder und Haustiere im Haus, dürfen diese daher nie alleine mit brennenden Kerzen in einem Raum gelassen werden. Prinzipiell sollten Kerzen zudem immer mit Bedacht aufgestellt werden.

Abstand halten

Sie gehören in einen nicht brennbaren Kerzenhalter und sollten weit weg – laut KfV mit mindestens 50 Zentimetern Abstand – von leicht entzündlichen Gegenständen wie Stroh- und Papiersternen, Gardinen, Tischdekorationen oder Möbeln sowie nicht in der Zugluft stehen. Eine der effektivsten Brandschutzmaßnahmen ist, dass man vor dem Verlassen eines Raumes immer alle Kerzen sorgfältig auslöscht.

Wichtig ist auch, dass Kerzen regelmäßig auf ihre Standsicherheit kontrolliert werden, denn zahlreiche Brandschäden werden durch umgefallene Kerzen verursacht, die den Tisch oder die Tischdecke entzünden. Des Weiteren sollten Kerzen auf Adventskränzen oder Christbäumen, noch bevor sie niedergebrannt sind, ausgewechselt werden.

Gegen das Austrocknen des Adventskranzes oder des Adventsgestecks hilft es, diese regelmäßig mit Wasser zu besprühen, was zugleich auch das Brandrisiko vermindert. Bereits vertrocknete Zweige sollten entfernt oder ausgetauscht werden.

Leuchtender Weihnachtsbaum ohne Brandgefahr

Beim Christbaum ist eine elektrische Weihnachtsbaumbeleuchtung am sichersten. Wer nicht auf Wachskerzen verzichten möchte, sollte darauf achten, das sie einen genügend großen Abstand – laut KfV mindestens 20 Zentimeter – zu den Zweigen und brennbarem Dekomaterial haben. Kerzen sollten nur an den Stellen des Baumes angebracht werden, die einsehbar sind.

Ein möglichst frischer Weihnachtsbaum birgt ein geringeres Brandrisiko als ein Tannenbaum, der bereits trockene Zweige aufweist.

Ein wasserbefüllter Ständer, in dem der Baum so fixiert ist, dass er nicht von Kindern oder Haustieren umgeworfen werden kann, sorgt für zusätzliche Sicherheit. Zudem ist es wichtig, dass der Christbaum nicht zu nah an Vorhängen und Wänden steht.

Damit die Silvesterfeier nicht zum Desaster wird

An Silvester besteht nicht nur eine erhöhte Brandgefahr, sondern auch ein hohes Verletzungsrisiko durch einen falschen oder fahrlässigen Umgang mit Raketen und Böllern, sowie die Nutzung von nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern.

Feuerwerkskörper müssen laut Pyrotechnikgesetz hierzulande über eine Klassenkennzeichnung zum Beispiel der Klasse F1 oder F2 verfügen, ein CE-Zeichen tragen und eine in deutsch geschriebene Gebrauchsanweisung enthalten.

Feuerwerk der Kategorie F1 wie Wunderkerzen, Knallbonbons, Scherzzündhölzer, Knallziehbänder, Partyknaller, Tischfeuerwerke und Knallerbsen dürfen ab dem zwölften Lebensjahr benutzt werden. Silvesterraketen, Fontänen, Knallkörper, Pyrodrifter, Knallfrösche, Feuerräder fallen in die Kategorie F2 und können von Personen, die 16 Jahre oder älter sind, gezündet werden.

Richtiger Umgang mit Raketen und Böllern

Feuerwerkskörper sollten nie am Körper, beispielsweise in der Hosen- oder Jackentasche, und auch nicht in einem Rucksack getragen werden. Prinzipiell sind die Vorgaben der dem Feuerwerk beiliegenden Gebrauchsanweisung zu befolgen. Raketen sind niemals aus der Hand, sondern stets aus standsicheren Rohren oder Flaschen heraus zu starten. Böller und Feuerwerkskörper müssen immer vom Boden und dürfen nicht vom Balkon aus gezündet sowie nicht von oben heruntergeworfen werden.

Zudem dürfen sie nicht auf Menschen oder Tiere gerichtet werden. Dabei sollte auch die Windrichtung berücksichtigt werden. Die Zuschauer sollten einen größtmöglichen Sicherheitsabstand wahren und sich nicht in Schussrichtung aufhalten.

Niemals sollte ein Knallfrosch oder Feuerwerkskörper, der nicht explodiert ist, aufgehoben oder erneut angezündet werden. Schon oft verursachten nämlich Spätzündungen oder verspätete Explosionen schwere Verletzungen. Blindgänger gilt es nach dem Feuerwerksspektakel zu bewässern, also mit Wasser zu übergießen, und so unschädlich zu machen. Anderenfalls könnten diese noch Tage danach für spielende Kinder zum Verhängnis werden. Damit Feuerwerkskörper nicht in die Wohnung fliegen und einen Brand verursachen können, sollten die Türen und Fenster geschlossen sein.

Schäden an Auto, Wohnung oder Gebäude

Sollte es trotz aller Vorsicht zum Brand kommen, ersetzt eine Haushalts-Polizze den Schaden am Inventar, wie Kleidung, Möbel, Teppiche und Elektrogeräte.

Wird durch einen Brand oder einen explodierenden Feuerwerkskörper ein Schaden am Gebäude beispielsweise am Rollladen oder an der Fassade verursacht, leistet die Gebäude- oder Eigenheimversicherung.

Autos, die durch Knaller oder Feuerwerkskörper Feuer fangen oder durch eine Explosion beschädigt werden, sind durch eine Teilkasko-Versicherung des Kfz-Besitzers abgesichert, wenn derjenige, der die Rakete oder den Böller gezündet hat, nicht ermittelt werden kann. Eine Vollkasko-Versicherung leistet darüber hinaus, wenn Autos in der Silvesternacht mutwillig von Unbekannten ramponiert werden.