Krankenkassen erwarten für 2011 einen Überschuss

 

Die Krankenkassen rechnen für 2011 laut aktueller Prognose mit einem Gesamtüberschuss von 169 Millionen Euro. Bis 2013 wollen die Krankenversicherungs-Träger ausgeglichen bilanzieren.

Bei einem Gesamtbudget von rund 15 Milliarden Euro rechnen Österreichs gesetzliche Krankenkassen heuer mit einem Gesamtüberschuss von 169 Millionen Euro. Bis auf eine Krankenkasse hätten alle „den Turnaround geschafft“ und würden heuer mit einem positiven Jahresabschluss rechnen, heißt es beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungs-Träger, dem organisatorischen Dach über der gesetzlichen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung.

In den Zahlen berücksichtigt sind die seitens der Bundesregierung zur Verfügung gestellten 40 Millionen Euro aus dem Kassen-Strukturfonds sowie die Auswirkungen der mit dem Hauptverband vereinbarten Finanzziele.

Schelling will Konsolidierungspfad beibehalten

„Die Krankenkassen haben damit bewiesen, dass sie imstande sind, ihre Finanzgebarung ohne Leistungs-Einschränkungen für die Versicherten und ohne Honorarkürzungen für die Vertragspartner zu konsolidieren“, sagt der Vorsitzende des Verbandsvorstandes, Hans Jörg Schelling.

Angesichts der „dramatischen Entwicklung an den Finanzplätzen in Europa“ und der von der Bundesregierung beschlossenen Schuldenbremse gelte es aber, den Konsolidierungskurs beizubehalten.

„Erstens müssen wir heuer feststellen, dass die Ausgaben für Medikamente wieder etwas höher wachsen als im Vorjahr – im 1. Halbjahr 2011 gegenüber dem 1. Halbjahr 2010 um 2,5 Prozent (nur öffentliche Apotheken, ohne Hausapotheken) – und zweitens ist das positive Ergebnis des vergangenen Jahres auch durch Einmaleffekte seitens der Bundesregierung (Entschuldung, Kassenstrukturfonds) zustande gekommen“, so Schelling.

Schuldenberg von 500 Millionen Euro

Allerdings haben drei Krankenversicherungs-Träger insgesamt immer noch einen Schuldenberg von rund 500 Millionen Euro, den es abzutragen gilt. Spätestens 2013 soll eine „ausgeglichene Gebarung sämtlicher Krankenversicherungs-Träger“ erreicht und der Schuldenstand abgebaut werden, so der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungs-Träger. Schelling: „Angesichts der jetzt beschlossenen Schuldenbremse der Bundesregierung kann kein zweites Mal erwartet werden, dass der Bund mit einer Entschuldung in Höhe von 450 Millionen Euro einspringt.“

Wer mehr Leistung will, als derzeit die gesetzliche Krankenversicherung bietet, kann zusätzlich eine private Krankenversicherung abschließen. Eine private Absicherung bietet je nach Vertragsvereinbarung viele Vorteile: eine freie Arztwahl, diverse Präventionsangebote, Versicherungsschutz auch im Ausland und die Übernahme von Mehrkosten für Medikamente und Behandlungen, welche die gesetzliche Krankenkasse nicht zahlen.

Auch eine Sonderklasse-Unterbringung und -Behandlung im Spital ist möglich. Je nach Vereinbarung hat man dadurch bei einem Spitalaufenthalt die freie Wahl bei Arzt, Chirurg, und Ein- oder Zweibettzimmer, die Option auf ambulante Operationen und/oder auch die Möglichkeit, beim eigenen kranken Kind in der Klinik zu bleiben. Für eine maßgeschneiderte und bedarfsgerechte Lösung empfiehlt sich eine fachkundige Beratung bei einem Versicherungsfachmann.