Novelle sieht höhere Mindestversicherungssumme in der Kfz Haftpflicht vor

 

Die gesetzliche Mindestversicherungssummen für die KFZ Haftpflichtversicherung sollen erhöht werden. Anlässlich einer EU Richtlinie aus dem Jahr 2009 wurde diese Regierungsvorlage vom Ministerrat am 15. November 2011 beschlossen und im Nationalrat eingebracht. Demnächst soll die Anpassung der gesetzlichen Versicherungssummen und Höchsthaftungsbeträge im Parlament behandelt werden. Wenn es zur Abstimmung im Parlament kommt, wird die neue Regelung voraussichtlich ab 1. Jänner 2012 in Kraft treten.

Anhebung der Mindestsummen auf 7.000.000 €

Die Anhebung der Versicherungssumme erfolgt laut einer EU Richtliche für Valorisierung der Mindestversicherungssummen von 6 auf 7 Mio. Euro. Es ist sinnvoll die Mindestsumme zu erhöhen, um einen finanziellen Schutz für den Versicherungsnehmer einerseits und eine höhere Sicherheit für Geschädigte andererseits zu gewähren. Allerdings sind Experten von versichern24 der Meinung, dass die Erhöhung der Mindestversicherungssumme zu gering ausgefallen ist, um optimalen Versicherungsschutz zu gewährleisten.

Außer der Höhe der Mindestversicherungssumme für Autos werden auch Änderungen der Haftungshöchstbeträge vorgenommen. So wird z.B ab dem 01.01.2012 der Kapitalbeitrag für die Verletzung von Menschen von 1 600 000 Euro auf 1 920 000 Euro erhöht und der jährliche Rentenbeitrag für den einzelnen Verletzten mit 120 000 Euro statt bisher 100 000 Euro gesetzt.

Erhöhung der Prämien um bis zu 3 %

Obwohl die Regierungsvorlage noch nicht vom Nationalrat abgesegnet wurde, haben einige Versicherer bereits angekündigt, dass es zukünftig zu Prämienerhöhungen kommen kann, damit die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden können. So ist z.B. laut VAV-Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr eine Prämienanpassung in diesem Fall “selbstverständlich” und “gerecht” sowie auch versicherungstechnisch die richtige Vorgehnsweise. Bei einer gesetzlichen Erhöhung der Mindestsumme um 17% auf 7 Mio. Euro werden Kunden mit einer Mindestversicherung rund 2 % mehr Prämie zahlen müssen oder rund 0,50 Eur mehr pro Monat. Insofern werden bestehende Versicherungsverträge mit einer Mindestversicherungssumme nach der Novelle mit 1. Jänner 2012 automatisch angepasst. Verträge mit einer höheren als der gesetzlich vorgesehenen Mindestversicherungssumme bleiben von dem neunen Regierungsbeschluss unbetroffen.

20% der Autofahrer betroffen

Laut Versicherer haben rund 20% der Autofahrer eine Mindestversicherungssumme ausgewählt. Die Mehrheit an Kunden ist bereits mit einer die gesetzliche Summe übersteigenden Deckung versichert, was laut versichern24 auch durchaus empfehlenswert ist, um eventuelle Personen- und Sachschäden im Fall des Falles ausreichend abgesichert zu wissen. Bei einem KFZ-Unfall können schnell Schäden in Millionenhöhe entstehen. Die Vergangenheit zeigt, dass es auch Fälle gibt, in denen auch eine erhöhte Versicherungssumme von 7 Mio. Euro nicht ausreichend ist.

Versichern24 empfiehlt daher zum nächst möglichen Termin einen Vergleich durchzuführen und einen Anbieter zu wählen, der eine höhere Verisicherungssumme für eine günstigere Prämie anbietet.

Unlimitierte Haftung für Österreich nicht realisierbar

Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte sich für eine Versicherungssumme von mindestens 10 Mio. Euro entscheiden. Eine unlimitierte Deckung, sowie es sie in Frankreich oder Belgien gibt, wird in Österreich nicht angeboten. Laut Uniqa und Wiener Städtischer Versicherung sind unlimitierte Summen derzeit “nicht realisierbar” und auf dem Rückversicherungsmarkt in Österreich schwer zu decken. (Zitat aus dem Versicherungsjournal) Man kann sich aber bis zu 10, 15 oder 20 Mio. Euro versichern – und zwar bereits gegen einen verhältnismäßig geringen Aufpreis.

Kein Kündigungsgrund gem. §14a KHVG

Jedenfalls zu beachten ist, dass die gesetzliche Anpassung der Versicherungsprämien keinen besonderen Kündigungsgrund nach §14a KHVG darstellt. Eine Stornierung des Vertrages aufgrund der gesetzlichen Prämienerhöhung wäre somit nicht möglich. Wir empfehlen aber allen Kunden regelmäßig vor der Hauptfälligkeit, einen qualifizierten Versicherungsvergleich durchzuführen und höhere Versicherungssummen für günstigere Prämien auszuwählen.

Höhere Versicherungssumme – Warum?

Um wenige Euro mehr pro Jahr bietet sich bereits die Möglichkeit, die Versicherungssumme von 6 auf 10 Mio. Euro zu erhöhen. (vgl Beispiel) Für einen optimalen Schutz empfiehlt es sich sogar eine Summe von 15 oder 20 Mio. auszuwählen. Für Konsumenten ist es oft schwer vorstellbar, dass die Höhe eines Schadens derartige Ausmaße annehmen kann. Die Praxis zeigt jedoch, dass der Schaden bei Unfällen weit über die gesetzliche Versicherungssumme hinausgehen kann. Ein Beispiel ist der Brand im Tauerntunnel auf der Autobahn 10 Saltzburg-Villach im Jahr 1999 – der Schaden wurde damals mit 28 Mio beziffert. Wenn die Versicherungssumme bei so einem Unfall nicht ausreicht – haftet der Kunde mit seinem gesamten Privatvermögen für die von ihm verursachten Sach- und Personenschäden.

Fazit: Höhere Versicherungssumme kostet nicht viel mehr kann aber viel Ärger sparen.