Vorbeugender Schutz gegen Einbrüche

 

Wie das Bundeskriminalamt mitteilte, gab es letztes Jahr insgesamt 15.616 Anzeigen wegen Einbruch in Wohnungen und Einfamilienhäuser. Das waren zwar 131 Fälle weniger als noch im Jahr 2010, allerdings ist jeder Einbruch für den Betroffenen insbesondere oftmals auch eine psychische Belastung. Umso wichtiger ist es für den Einzelnen, dass wenigstens die finanziellen Schäden schnellstmöglich behoben werden können.

„Jeder Einbruch in die eigenen vier Wände ist für die Betroffenen eine Traumatisierung und daher einer zuviel“, so Innenministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner. „Wir werden daher neben der Bekämpfung der Einbruchskriminalität auf die Nachbetreuung von Einbruchsopfer einen klaren Schwerpunkt legen. Derzeit laufen dazu Pilotprojekte in Wien, Salzburg und Oberösterreich, die wir im heurigen Jahr auf ganz Österreich ausrollen werden.“

Obwohl die Bekämpfung und Eindämmung der Einbruchskriminalität durch die Polizei auch im letzten Jahr erfolgreich war, wie der Rückgang der Delikte zeigt, ist es für den Einzelnen dennoch sinnvoll, vorbeugend tätig zu sein.

Der richtige Versicherungsschutz

Zum einen kann es trotz aller Vorsicht jeden treffen. Daher sollte jeder Haushalt über eine entsprechende Haushaltsversicherung verfügen. Diese leistet nicht nur bei Feuer, Sturm, Leitungswasser und Glasbruch, sondern auch bei Einbruchdiebstahl für das gestohlene Hab und Gut in einer Wohnung. Je nach Vereinbarung in der Polizze werden auch Folgekosten, beispielsweise für den nach einem Einbruch oft notwendigen Austausch von Schlössern oder die Wiederbeschaffung von Dokumenten, übernommen.

Je nach Vertragsgestaltung sind auch Vandalismusschäden, also Schäden durch mut- oder böswillige Zerstörung des Wohnungsinhalts im Zuge eines Einbruchdiebstahls, mitversichert. Bei älteren Polizzen sollte überprüft werden, ob die versicherten Gefahren noch mit aktuellen Absicherungs-Möglichkeiten mithalten können. Beispielsweise haben oft nur neuere Verträge die häufig vorkommenden Vandalismusschäden nach einem Einbruch mit eingeschlossen.

Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Versicherungssumme noch stimmt, oder ob nicht der Wert des Wohnungsinhaltes diese bereits deutlich übersteigt, denn in diesem Fall würde man weniger von der Versicherung bekommen als tatsächlich beschädigt wurde, da eine Unterversicherung vorliegt. Der Versicherungskaufmann ist gerne behilflich, die richtige Versicherungssumme zu ermitteln und den bisherigen Schutz zu überprüfen.

So schützt man Hab und Gut

Zuzüglich zum passenden Versicherungsschutz gibt es auch weitere Vorbeugungsmaßnahmen, um im Fall des Falles schnellstmöglich Schadenersatz zu bekommen. Die Experten der Kriminalprävention beim Bundeskriminalamtraten zum Schutz des Eigentums Folgendes:

  • Bei der Fahndung ist ein Eigentums- beziehungsweise Inventarverzeichnis für die Polizei und für den Versicherer hilfreich.
  • Fotos von Wertgegenständen, Schmuck und auch Kunstwerken erhöhen die Chancen, dass gestohlene Gegenstände wiedergefunden werden. Entsprechend sinnvoll ist es bei Elektrogeräten, Hi-Fi-Anlagen, Fernsehern und Computern den Gerätetyp und die Gerätenummer zu notieren.
  • Sparbuch und Losungswort sollten nie zusammen aufbewahrt werden.
  • Bei Abwesenheit sollte nie der Haustürschlüssel unter einem Fußabstreifer oder Blumentopf versteckt werden. Sinnvoller ist es, ihn bei Verwandten, Freunden oder vertrauenswürdigen Nachbarn abzugeben.
  • Damit keine böse Überraschung nach längeren Urlaubsreisen oder Krankenhausaufenthalten droht, sollten beispielsweise Nachbarn oder Freunde regelmäßig die Briefkästen entleeren und Werbematerial beseitigen. Zudem ist es empfehlenswert, eine lange Abwesenheit zu verschleiern, indem man in den Abendstunden mit Hilfe von Zeitschaltuhren das Licht ein- und ausschaltet.
  • Zudem sollte für eine gute Einbruchssicherheit gesorgt werden. Beispielsweise lassen sich Terrassentüren durch einbruchshemmende Rollbalken oder Scherengitter sichern. Abschreckend wirkt auch eine lückenlose Außenbeleuchtung oder ein Bewegungsmelder. Außerdem sollten nur hochwertige Schlösser und Schließzylinder eingebaut sein. Wichtig ist auch, dass Fenster, Terrassentüren und Balkontüren verschlossen sind, wenn man die Wohnung verlässt.

Weitere Präventionsmaßnahmen des Bundeskriminalamts gibt es auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Inneres.

Für Versicherung reichen Fotos meist nicht

Wird trotz aller Vorsicht eingebrochen, gilt es, unverzüglich die Haushaltsversicherung darüber zu informieren. Für eine schnelle Entschädigung durch die Versicherung sollten möglichst präzise und aussagekräftige Dokumente zur Qualität der entwendeten Wertgegenstände vorliegen, damit der Versicherer den tatsächlichen Schaden rasch feststellen kann. Hier reichen Fotos alleine nicht aus.

Bei teuren Wertsachen ist es sinnvoll, diese bereits beim Kauf von einem Experten schätzen zu lassen. Konkrete schriftliche Angaben über Goldgehalt, Gewicht und Edelsteinqualitäten erleichtern die Arbeit des Versicherers und beschleunigen damit die Schadensabwicklung.

Bei Uhren und anderen Schmucksachen ist eine Echtheit meist nur mit dem Originalzertifikat des Herstellers nachzuweisen, da viele Fälschungen und Nachahmerprodukte auf einem Foto vom Original nicht zu unterscheiden sind. Sinnvollerweise sollten die Zertifikate jedoch nicht zusammen mit den Wertsachen aufgehoben werden, da diese ebenfalls ein beliebtes Diebesgut sind.

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