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Wie armutsgefährdet die Österreicher sind

 Im Jahr 2012 war knapp ein Viertel (24,8 Prozent) der Bevölkerung der 28 EU-Staaten von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Aktuelle Zahlen des Europäischen Statistikamtes zeigen eine erneute Steigerung gegenüber 2011 um 24,3 Prozent. Für Österreich lag diese Quote in den vergangenen Jahren allerdings unter dem EU-Wert. Wie frühere Studien gezeigt haben, ist jedoch das Armutsrisiko in den Köpfen der Österreicher präsent.

Das Europäische Statistikamt (Eurostat) hat untersucht, wie sich in den 28 Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU) sowie in Island, Norwegen und der Schweiz die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohten Einwohner im Jahr 2012 entwickelt hat. Die Daten basieren auf der EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen EU-SILC („European Union Statistics on Income and Living Conditions“).

Zur Referenzpopulation gehören den Ausführungen zufolge alle privaten Haushalte und ihre derzeitigen Mitglieder, die zum Zeitpunkt der Datenerhebung im Gebiet des jeweiligen Mitgliedstaats ansässig waren. Die Zahl der gefährdeten Bürger ist laut Eurostat 2012 weiter gestiegen. Waren es 2008 noch 23,7 Prozent, so lag der Wert 2011 bereits bei 24,3 Prozent und 2012 bei 24,8 Prozent. Dabei beziehen sich die Daten für 2008 auf die damals 27 EU-Länder (EU-27), für 2011 und 2012 auf die derzeit 28 Mitgliedsländer (EU-28).

Drei Dimensionen der Armutsgefährdung

Insgesamt waren im vergangenen Jahr 124,5 Millionen Einwohner der aktuell 28 EU-Länder von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das bedeutet der Definition zufolge, dass sie von mindestens einer der folgenden drei Lebensbedingungen betroffen waren:

„Von Armut bedroht“: Dazu gehören Personen, die in einem Haushalt mit einem verfügbaren Äquivalenzeinkommen unter der Armutsgefährdungs-Schwelle leben, welche auf 60 Prozent des nationalen verfügbaren Median-Äquivalenzeinkommens (nach Sozialleistungen) festgelegt ist.

„Unter erheblicher materieller Deprivation leiden“: Gemeint sind Personen, die unter Bedingungen leben, die durch fehlende Mittel eingeschränkt und von mindestens vier der neun sogenannten Deprivationskategorien betroffen sind. Die Betroffenen sind zum Beispiel nicht in der Lage, ihre Rechnungen pünktlich zu bezahlen, die Wohnung angemessen zu beheizen, regelmäßig eine fleischhaltige Mahlzeit zu sich zu nehmen oder sich einen Jahresurlaub, einen Farbfernseher oder einen Telefonanschluss leisten zu können.

„In einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit leben“: Darunter fallen Personen im Alter von null bis 59 Jahren, die in Haushalten leben, in denen die Erwachsenen (18 bis 59 Jahre) im vorhergehenden Jahr insgesamt weniger als 20 Prozent ihres Erwerbspotenzials ausgeschöpft haben. Studenten sind nicht mit einbezogen.

Deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern

Im Jahr 2012 wurden die höchsten Anteile an Personen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung in den drei genannten Dimensionen insgesamt bedroht waren, in Bulgarien, Rumänien und Lettland verzeichnet. Die niedrigsten Anteile hatten die Niederlande, Tschechien und Finnland. Die insgesamt niedrigste Gefährdungsquote weist EU-Beitrittskandidat Island auf.

Von den 17 Ländern der Eurozone lagen 2012 die Gefährdungsquoten folgender Länder über dem EU-Wert: Griechenland (weit über 30 Prozent) sowie Italien, Spanien, Zypern und Portugal mit Werten zwischen leicht über 25 und knapp unter 30 Prozent.

Am besten schnitten innerhalb der Eurozone die Niederlande, Finnland, Luxemburg sowie Deutschland und Slowenien ab, die auf Quoten zwischen 15,0 Prozent und 19,6 Prozent kamen. Auch Österreich gehörte wie im Jahr zu vor mit zu den Besten. Allerdings lagen für 2012 nur vorläufige Daten für Österreich vor, sodass hierzu keine genaue Prozentangabe gemacht wurde.

Österreich unter EU-Wert

Beim Bewertungskriterium „Personen, die von mindestens einem der drei Kriterien (Armutsgefährdung oder soziale Ausgrenzung) betroffen sind“ lag Österreich in den vergangenen Jahren unter dem Niveau der 28 EU-Länder. So belief sich die Quote für diesen Aspekt 2011 auf 16,9 Prozent der Gesamtbevölkerung Österreichs (EU-28: 24,3 Prozent) und 2009 auf 16,8 Prozent (EU-28: 23,7 Prozent).

In die Dimension „von Armut bedroht“ (nach Zahlung von Sozialleistungen) fielen im Jahr 2012 17,0 Prozent der Bevölkerung der 28 EU-Länder. Dabei ist laut Eurostat zu beachten, dass die Armutsgefährdungsquote eine relative Messgröße von Armut darstellt und dass sich die Armutsschwelle deutlich zwischen den Mitgliedstaaten unterscheidet.

Diese Schwelle verändere sich ebenfalls mit der Zeit und sei in den letzten Jahren aufgrund der Wirtschaftskrise in mehreren Mitgliedstaaten gesunken. Für Österreich hat eine frühere Untersuchung von Eurostat ergeben, dass 2010 in Österreich die Jahreseinkommens-Grenze, unterhalb der Menschen als armutsgefährdet gelten, einschließlich aller sozialen Leistungen für einen Alleinstehenden bei 12.791 Euro lag.

Armutsrisiko im Bewusstsein der Österreicher präsent

Mit 4,0 Prozent hat Österreich eine im EU-Vergleich sehr niedrige Quote bei Personen, die „unter erheblicher materieller Deprivation leiden“. Auch beim Bewertungskriterium „Personen zwischen null und 59 Jahren, die in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit leben“, liegt Österreich mit 7,6 Prozent deutlich unter dem Wert der EU-28. Die Daten für Österreich für 2012 sind den Angaben zufolge noch vorläufig.

Wie aus einer früheren Studie eines Versicherers hervorgeht, ist das Armutsrisiko im Bewusstsein der Österreicher stets präsent. Eine Umfrage eines anderen Versicherers hatte zudem ergeben, dass 17 Prozent der Bevölkerung „Armut“ als persönlich größtes Risiko betrachten. 14 Prozent nannten „Armut im Alter“ als bedeutendes Risiko, 22 Prozent den Verlust des Arbeitsplatzes.

Und die Angst davor ist nicht unbegründet: Bei fast jedem können diverse Risiken wie Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit oder Unfall erhebliche Einkommenseinbußen nach sich ziehen und damit zum Armutsrisiko werden. Die Versicherungswirtschaft bietet allerdings eine Vielzahl von Absicherungs-Möglichkeiten, damit der Einzelne die finanziellen Folgen solcher Ereignisse abfedern kann. Wichtig ist insbesondere eine frühzeitige Absicherung. Ein Versicherungsexperte hilft dabei, eine individuell passende Risikovorsorge zu finden.


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